
Ein einzelnes Haar (in der Fachsprache als pilus oder capillus bezeichnet) ist ein hornartiger Zellstrang, der bei Säugetieren aus der Haut wächst. Haare bestehen hauptsächlich aus Keratin.
Haare sind ein typisches Merkmal aller Säugetiere. Die Schleimhäute sind dabei stets haarfrei. Der Mensch weist nahezu überall Haare auf der Haut auf, mit Ausnahme von Handflächen, Fingerinnenseiten, Fußsohlen, Brustwarzen und Lippenrot. Typische Kategorien sind Kopf-, Bart- und Körperhaare.
Der Begriff „Haar“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und Althochdeutschen „hār“. Es gehört zur indogermanischen Wurzel *k̑er[s] mit der Bedeutung „starren, rauh, struppig sein“.
Neben echtem Haar bei Säugetieren gibt es eine Reihe weiterer Formen, die oft als Haare bezeichnet werden, die umgangssprachlich ebenfalls „Haare“ oder „Härchen“ genannt werden. Dazu zählen etwa Zilien und Kinozilien auf Zellmembranen. Es handelt sich hierbei nicht um echte tierische Haare.
Die Körperbehaarung bei Tieren wird meist als Fell oder Pelz bezeichnet. Unterteilt wird in Capilli, Borstenhaare, Wollfasern und Langhaare. Vibrissen, also empfindliche Tasthaare, kommen bei vielen Säugetieren vor. Verhornte Spezialformen wie Stacheln (z. B. beim Igel) gelten als modifizierte Haare.
Im Querschnitt zeigt sich ein mehrschichtiger Aufbau. Es besteht aus Cuticula (Schuppenschicht), Cortex (Faserschicht) und Medulla (Mark).
Die Schuppenschicht umgibt das Haar wie ein Tannenzapfen mit überlappenden Zellplättchen, die dachziegelartig übereinanderliegen und in Richtung Haarspitze ausgerichtet sind. Ist die Schuppenschicht intakt, erscheint das Haar glänzend und geschmeidig.
Der pH-Wert beeinflusst die Cuticula – alkalisch öffnend, sauer schließend.
Kopfhaarbedeckungen aus Fremdhaar (ursprünglich vom französischen „perruque“ für Haarschopf abgeleitet) bestanden früher meist aus Echthaar, zur Nachbildung echter Frisuren, seien es kulturell bedingte oder stilistische Haarformen. Entsprechend Sitte oder Zeitgeschmack werden sie individuell gefertigt, etwa bei Haarverlust oder aus modischen Gründen.
Verwendet werden sie als Haarersatz oder Zusatzfrisur, die als Alternative zur echten Haarpracht getragen werden. In darstellenden Künsten und Medien werden hauptsächlich Echthaarperücken, um Figuren zu verkörpern.
Im alten Ägypten waren Perücken bei beiden Geschlechtern verbreitet. Auch im antiken Griechenland und Römischen Reich trugen Frauen Perücken oder große Haarteile.
Im frühen Barock kam die Perücke erneut in Mode. Sie verdeckte Haarausfall durch Syphilis und Medikamente. Ein Zeitgenosse kommentierte spöttisch: „Man sieht so viele Personen allerliebst geschoren“. Im Jahr 1656 gründete man in Paris die erste Organisation der Perückenmacher.
Als König Ludwig XIV. im Juni 1658 nach einem Typhusfieber kahl wurde und daraufhin fortan Perücken trug, galt die Allongeperücke als Zeichen höfischer Zugehörigkeit und Teil der männlichen Hoftracht in ganz Europa. Zuvor war das Tragen Perücken Kahlköpfigen vorbehalten.
Perücken wirkten wie Mütze und Schal zugleich in kalten Prunkräumen, was als Vorteil gegenüber früheren Epochen empfunden wurde. In der Sommerhitze wurde die Perücke zur Last. Wer es sich leisten konnte, blieb dann zuhause und zeigte sich unfrisiert nicht öffentlich.
Nach 1700 wurden gepuderte Lockenfrisuren bei Herren üblich, meist mit waagerechten Locken versehen. Verarbeitet wurden vor allem Ross- und Ziegenhaar sowie pflanzliche Fasern wie Hanf und Flachs.
In Preußen erhob man zwischen 1698 und 1717 eine Perückensteuer. Soldaten und Reisende trugen kürzere Varianten, sogenannte Stutzperücken. In niederen Schichten wurden Perücken kaum getragen. Niedere Klassen durften keine gepuderten Perücken tragen oder mussten dafür zahlen.
Stylist und Haarprofi ist ein Lehrberuf und reglementiertes Gewerbe in Österreich. Die gesetzliche Berufsbezeichnung lautet Friseur/in und Perückenmacher/in (Stylist/in).
Gängige Synonyme sind Frisör:in (veraltet), Hair Stylist, Coiffeur:in, auch in international unter „Hairdresser and Wigmaker“.
Unter Stylist versteht man heute die klassischen Lehrberufe Friseur und Perückenmacher, inklusive Kosmetik, Nagelpflege und Hautbehandlung. Dazu gehören das Make-up sowie Styling von Wimpern und Augenbrauen.
Freundliches Verhalten, ein gutes Erscheinungsbild und höfliches Auftreten sind Grundvoraussetzungen, ebenso Stilgefühl sowie handwerkliche Genauigkeit und Feingefühl. Ein Auge für Ästhetik sind ebenso gefragt wie Kontaktfreude, sprachlicher Ausdruck und selbständige Kundenbetreuung.
Widerstandsfähige Haut wird vorausgesetzt, aufgrund des Umgangs mit chemischen Präparaten, die eine Belastung darstellen können. Hinzu kommt, dass der Beruf ständiges Stehen erfordert.
Eine Friseurschere ist ein unerlässliches Handwerkzeug im Friseurgewerbe. Gefertigt wird sie meist aus rostfreiem Stahl oder korrosionsresistenten Legierungen.
Unterschiede ergeben sich in Größe, Bauform, Klingenart und Einsatzbereich. Ergänzend zur üblichen Friseurschere gibt es diverse Varianten wie Effilier- und Modellierscheren, Slicescheren und Heißscheren. Letztere werden vor allem bei langem Haar verwendet, um die Spitzen beim Schneiden zu versiegeln. Für Linkshänder gibt es entsprechende Modelle in Linkshand-Bauweise.
Sie verfügt über Schneiden, ein Scherenschloss oder eine Schraube, sowie zwei Schenkel mit jeweils einem Auge. Zusätzlich kann an einem Auge ein Fingerhaken angebracht sein, der fest montiert oder abschraubbar ist. Dieser Haken erleichtert die Führung und Handhabung beim Schneiden. Die Verbindungsschraube lässt sich bei bestimmten Ausführungen anpassen.
Friseurscheren verfügen über glatte oder mit Mikrozahnung versehene Schneidblätter. Mikrozahnung verhindert das Wegrutschen der Haare beim Schneiden. Glatte Schneiden werden vor allem zum Slicen oder Ausdünnen eingesetzt.
Ergonomie spielt bei Friseurscheren eine große Rolle. Schere und Handhaltung sollten harmonieren.
Bei der klassischen Form sind Scherenblätter und Schenkel gleich lang und geformt, mit zentralen Augenpositionen auf beiden Seiten.
Ergonomische Formen zeigen oft einen gebogenen oder geknickten Schenkel, sodass sich die Augen in ihrer Position unterscheiden. Gerade bei langem Einsatz sorgt diese Form für mehr Komfort. Wichtig ist die Wahl der passenden Handversion – links oder rechts.
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